Brandu in den alten keltischen Legenden
In vielen keltischen Legenden wird Brandu erwähnt, leider wird es in den Texten oft irreführend mit “Schach” oder “Brettspiel” übersetzt.
Schach übernahm im Mittelalter die Stellung des Brandu in der keltischen Gesellschaft.
Aber trotzdem wurde es nicht vom Nebel der Geschichte komplett verdeckt: In vielen Stellen in den keltischen Legenden wird eben dieses “Schach” bzw. “Brettspiel” erwähnt und man braucht nur wieder “Brandu(bh)” dafür einzusetzen.

Im walisischen Sagenzyklus Mabinogion wird Brandu bzw. die Spiele der Brandubh-Familie mehrfach erwähnt.
König Artus spielt im “Traum von Rhonabwy” (Breuddwydd Rhonabwy) das Brettspiel Gwyddbwyll gegen Owain ap Uriens: Die beiden sitzen und spielen, dabei findet parallel eine Schlacht ihrer Männer statt, in der sich die Lage des Spiels widerspiegelt. Artus fürht auf dem Spielbrett und seine Männer gewinnen über die von Owain und umgekehrt.
Ich würde sogar mal recht frech behaupten: Die kelten haben den Schachcomputer bzw. das selbstständig spielende Branduspiel erfunden:
In einer Geschichte der walisischen Mabinogion bewegen sich Figuren “auf magische Weise” von alleine über das Brett. Leider erschreckt sichder Sagenheld Peredur eher unheldenhaft so sehr darüber, daß er das Spielbrett flugs in den nächsten See feuert… daraufhin wird er von der zu Recht verärgerten Besitzerin zur Wiedergutmachung in die Ferne zum Monster bekämpfen geschickt… was ihm auch gelingt.

Im walisischen “Traum von Macsen Wledig” (Breuddwydd Macsen Wledig) sah Kaiser Macsen eine prächtige Halle, ganz aus Gold und mit kostbaren Steinen geschmückt, in der zwei vornehme, kostbar gekleidete junge Männer Gwyddbwyll spielten.
An einer Säule dann saß ein weißhaariger, ebenso kostbar gekleideter Mann in einem Elfenbeinstuhl und dieser ehrwürdige Alte saß vor einem Spielbrett und feilte an einem Stück Gold, um eine Gwyddbwyll-Figur herzustellen.
Man kann bei allen diesen recht symbolträchtigen Szenen viele Deutungen finden, die die Bedeutung des Spiels verdeutlichen. Auf jeden Fall konnten die “alten Kelten” dieses Spiel nicht prächtig genug ausstatten, denn stets wurden Gold, Silber, oft edle Steine und allgemein SpielFIGUREN (keine “Soielsteine”) genannt.
In irischen Sagenzyklen wie dem Book of Leinster wird Fidcheal im “Wie Ronan seinen Sohn töten ließ” oder “Fraechs Werben um Finnabir” erwähnt. Dem Sieger wurden schon mal Prämien wie einige der wertvollsten Rennpferde geboten.
MonikaSim

